42# Sturmfrei

Ort Datum
Universität 25.10.2012
Gesprächsbeginn Gesprächsende
12:00 12:20
Geschlecht Alter
männlich 20
Wie lange sind Sie schon in Konstanz?
Jahre Monate Tage Stunden Minuten
 20
Sind Sie
Eingeborene(r) Tourist(in) Schweizer(in) Zugezogene (r) Student(in) Sonstiges
 x
Wo sind Sie geboren? Konstanz

Ich bin gebürtiger Konstanzer und in Wollmatingen aufgewachsen: Kindergarten- Schule- Uni. Meine erste Erinnerung an die Stadt – bezogen auf meine Kindheit – ist meine Schule: Die Geschwister-Scholl-Schule, dort bin ich immer sehr gerne hingegangen und erinnere mich auch noch gerne daran zurück. Ich fand das Ambiente sehr schön. Da die komplette Schule quasi eine Glaswand ist, wird sie von vielen Leuten auch “der Glaskasten” genannt. Im Sommer führte das viele Licht dann auch dazu, dass es im dritten Stock immer sehr heiß wurde. Die musikalischen Gegebenheiten dort waren auch super, im Chor war ich zum Beispiel. Hitzefrei gab’s ab und zu an heißen Tagen. Wir hatten aber auch tatsächlich schon mal STURMfrei hier an der Schule, das gab’s während meiner Schulzeit tatsächlich nur ein einziges Mal, 2003 oder 2004. Es gab zu starke Winde, Richtung Orkan.

Ich bin nicht ganz so der Schwimmertyp, der See ist oft kalt und nicht ganz so mein Ding, weil ich eher daheim bin als draußen. Wir waren ziemlich häufig in Litzelsstetten am Strand, der ist sehr schön. Wenn wir mit meiner Familie zum Schwimmen gegangen sind, sind wir immer dort hin, weil’s am Hörnle immer ziemlich viel los oder schon fast überfüllt war. Weil wir eine sechsköpfige Familie sind und ich drei kleinere Brüder habe, ist es, um auf  vier kleine Kinder aufzupassen, während man in der Sonne liegt, schon einfacher dort… ich nehme an das ist einer der Gründe, in Litzelsstetten ist es einfach überschaubarer und man kann dann besser aufpassen. Da gibt’s so einen kleinen Steg mit einer Metallstange daneben, an den ich mich erinnern kann. Auf dem man reinlaufen kann, glatt und aus Beton. Gerade, wenn man nicht über’s Kies oder über die Steine laufen möchte, wenn man aus dem Wasser raus läuft.

Den Geruch könnte man auch als Gefühl verstehen. “Frisch” würde mir auch in den Sinn kommen. Stickige Räume mag ich nicht. Hätte man jetzt was anderes gefragt und nicht nach dem Geruch, sondern was es für einen bedeutet hier zu sein, dann hätte ich gesagt: Heimat. Das kann man aber nicht wirklich riechen. Aber wie riecht Heimat? Nach Vertrautheit, was man gern hat, wo man sich wohl fühlt.

Einen geheimen Lieblingsort… da bin ich immer noch so ein bisschen am Suchen. Es gibt ein paar schöne Orte am See, aber ich sitzte sehr sehr gerne am Stadtgarten auf einer der Bänke, die dort sind. Hauptsächlich an der Ausbuchtung ganz vorne mit Blick auf die Imperia, weil man ein sehr offenes Bild hat. Zwar weiß ich nicht genau, wie stark es hier besiedelt ist… aber es gibt hier ja immer ziemlich viele Leute die Bänke sind oft beleget im Stadtgarten. Doch des ist ja schön zu wissen, dass der See ja weitreichend ist. Es gibt auch ruhige Orte, wo man nicht von jemandem abgelenkt wird. Auch die eine Stelle in der Schweiz, bei der man auf Konstanz rüberschauen kann. Auf der Seestraße gibt es auch ein paar Stellen, wo man die Alpen sehr schön betrachen kann. Auch in Allensbach ist es schön, da hatte ich ein paar Freunde. Da musste man ein gutes Stück hochlaufen bis man dort war. Dort hatte man eine tolle Ausssicht, schöne Gespräche mit einer guten Freundin, wo’s schön ruhig  war und man sich aussprechen konnte, ohne aufpassen zu müssen, dass jemand mithört. Den Ort halte ich immer in guter Erinnerung.

Ich fühle mich hier ziemlich geborgen, was vielleicht auch daran liegt, dass ich mein ganzes Leben bisher hier verbracht habe. Wenn ich mal verreist war, ist es immer sehr schön, den ersten Blick auf den See zu erleben und man spürt, dass man zu Hause ist. Das ist ein schönes Gefühl, wenn man den See schon von ziemlich weit her von der Straße aus sieht.