105# Nein, lieber Herr Einstein!

Augustinerplatz 29.10.2012
15:55 16:18
m Alter
Wie lange sind Sie schon in Konstanz?
Jahre Monate Tage Stunden Minuten
Sind Sie
Eingeborene(r) Tourist(in) Schweizer(in) Zugezogene (r) Student(in) Sonstiges
 X
Wo sind Sie geboren? ___

Kein Bild!

 

Ich komme von der anderen Seite, bin kein Konstanzer, sondern ein Schweizer. Ich habe hier eine Arbeit zur Relativitätstheorie zu schreiben. Ich zeige auf, dass die Schwerkraft, die Gravitation, in unserem Fall ist das die Massenanziehungskraft des Planeten Erde, Energie ist. Ich sage es ist die Erdanziehungskraft, die man so anwenden kann, dass sie Energie ist und dass es in der Schwerkraftreaktion Arbeitserzeugung gibt. Das Gleichgewicht ist zwar immer noch starr aus Antrieb und Widerstand, bloß liegt es zum Teil außerhalb der Schwerkraft, in Form von Arbeitserzeugung vor. Das Gleichgewicht ist immer noch starr, aber es tritt aus der der Schwerkraft heraus und wird nutzbar. Dafür interessiere ich mich einfach so. Einfach so habe ich mich damit mal befasst. Aber mit Einsteins Relativitätstheorie kenne ich mich doch überhaupt nicht aus. Ich weiß das nur so oberflächlich. Das liest man so im Internet. Er hat ja erstmal eine Relativitätstheorie aufgestellt, und das war alles wunderschön und lineal, aber es war nicht mit der Schwerkraft zu vereinbaren.

Nun was hat er getan, der Einstein? Er hat sich nicht mehr länger mit der Schwerkraft auseinandergesetzt, sondern hat sie weg erklärt. Er hat gesagt, die Schwerkraft  ist eigentlich, in letzter Konsequenz, eine Illusion. Er hat gesagt, das hat mit Raum zu tun, und der ist dann gekrümmt. Er hat das Problem elegant gelöst, indem er gesagt hat, da kommt die blöde Gravitation und macht mir einen Strich durch die Rechnung und sobald sie weggeklärt ist, stimmt dann wieder alles. Und ich sage: Nein, lieber Herr Einstein, die Gravitation, die erzeugt Arbeit. Arbeitserzeugung ist ein anderes Wort für Energie. Was ich jetzt da herausgefunden habe, das stimmt. Deshalb bin ich jetzt gerade in Konstanz und da habe ich noch einen Kollegen getroffen und gehe noch in den Karstadt.

Ach und Sie sind vom Theater Konstanz. Um himmels… Ach ja so ist das.

Ich hoffe dafür reicht für den Moment was ich gesagt habe. Aber was das mit dem Geruch des Bodensees zu tun hat? Naja der Bodensee ist ja so sauber, der stinkt ja nicht mehr. Fische stinken ja, der Bodensee stinkt ja, sagen manche. Aber ist ja nicht mehr so anheimelnd, ist so steril geworden. Ein bisschen Stallgeruch. In der Kirche meinetwegen der Weihrauch, ist dann dort der Stallgeruch der Kirche. Wie kommen Sie denn auf den Geruchsinn? Das ist ja ein ganz besonderes Thema. Ich meine wenn Sie den Geruch der Rose nehmen, da müssen Sie ja nichts mehr hinzu fügen. Der Geruch der Rose, das sagt ja alles. Da gibts nichts zu erklären, wenn da noch etwas zu erklären wäre, dann wäre ohnehin nicht zu helfen, also können Sie auch das erklären gleich lassen. Entweder man siehts und man hats, oder man siehts und man hats nicht. Entweder oder.

Ich habe mir einen Geruch so ein bisschen gemerkt. Und das ist der Geruch der Rose. Nehmen Sie den Jesus Christus. Es hat mich immer gestört, also wenn ich meine Gedanken über Jesus Christus habe, dass mir dann dieses Kitschbild erscheint, dieser langhaarige Jesus, mit dieser Miene des Leidens. Sie wissen schon, so eine furchtbare Sülze. Und dann ist da immer dieses Bild. Also ich kann nicht mehr an Jesus Christus denken, ohne, dass mir dieses saudumme Bild kommt, von diesem Jesus da, wie er da durch ein Getreidefeld geht, mit seiner Jüngerschaft, mit seinem Harem, mit Heiligenschein. Und da habe ich mir einfach angewöhnt, ich tu das Visuelle weg und ich tu das einfach durch den Geruch der Rose ersetzen. Also wenn ich an Jesus Chrsitus denke, dann denke ich gleich daran alle anderen visuellen Eindrücke auszuschalten, diese Eindrücke, die ich schon seit Kindheit angelagert habe, durch den Geruch der Rose zu ersetzen. Und ich denke so an Jesus, eben nicht über diese dummen Bilder, sondern über den Geruch der Rose, denn der sagt mir ja auch etwas aus.

Aber um himmelns Willen, ich bin ja schon längst nicht mehr bei Ihrem Thema. Aber der Geruch vom Bodensee… Da müssen Sie mir das mal sagen. Manchmal riecht man das so ein bisschen. Man kann ja beim Meer das Salzwasser so ein bisschen riechen. Aber beim Bodensee, der ist ja groß, der geht ja von hier bis Bregenz. Der Geruch des Bodensees, um himmels Willen. Der Bodensee ist ja viel zu groß zum riechen. Sie können ja nicht sagen,wenn die Kreuzlinger Bucht einen Geruch hat, dass das der Geruch vom Bodensee ist. Sie können ja nicht hier in Konstanz sagen, hier liegt der Geruch des Bodensees, der geht ja bis hinüber nach Bregenz. Also das ist ja schon ein bisschen bizarr. Wenn Sie das Wasser trinken würden, das wäre dann der Geschmack.

Aber zu sagen, dass ich Konstanz gut kenne, wäre übertrieben. Die Altstadt so ein bisschen. Ich weiß, dass es die einzige deutsche Stadt südlich des Rheins ist, es ist die heimliche Hauptstadt eigentlich von unserem Kanton Thurgau. Da gab es den Schwabenkrieg mal, aber das ist schon lange her. Aber sonst… Ich mag Konstanz übrigens. Also die Altstadt natürlich. Doch, Konstanz mag ich schon. Und natürlich, nicht zu vergessen, ganz wichtig eigentlich, wichtiger als man gerne annehmen möchte, ist: die Preise hier. Ich denke an Kaffee für zwei Euro. Ich zahle auf der anderen Seite fast das doppelte. Ich bin Schweizer ja ja. Ja was solls, ich bin ja trotzdem nebenan hier. Ich bin als Schweizer näher an Konstanz als einer aus Ravensburg.

Ja was wollen sie denn schreiben? Der Geruch vom Bodensee, um himmels Willen. Der Geruch vom Bodensee, das ist so ein bisschen weiträumig. Der Bodensee der geht von da bis dort hin. Geruch das ist auch so etwas. Hat der Bodensee überhaupt einen Bodenseegeruch? Ist das nicht einfach der Geruch wie Seen eben riechen können? Naja der Bodensee, ist ungefähr gleich groß wie der Genfer See.

Ich bin pensioniert. Ich bin Tischler von Beruf. In Zürich war ich Tischler. Und freilich werde ich sie veröffentlichen meine Theorie. Ich werde das mal dem Patentamt einreichen. Mal einfach so, dass es da irgendwo amtlich bestätigt ist. Und ich werde es dann natürlich auch Physikern vorlegen. Das werde ich schon. Ich bin sehr davon überzeugt, dass ich dieses Mal Recht habe. Ich habe schon Sachen verzapft, die dann wirklich nicht so waren. Naja da habe ich mich dann schon blamiert. Aber man muss sich auch blamieren können im Leben. Was sind Sie für ein armer Sklave, wenn sie sich nicht blamieren können? Wenn Sie nicht mal dazu fähig wären. Dann hat Sie ja die Umwelt total in den Pfoten. Hören Sie mir doch auf! Naja wir haben ja dieses: “Ist der Ruf erstmal ruiniert, lebst Du völlig ungeniert.” Vorher wohl kaum, da nimmst Du ja bloß Rücksicht. Um himmels Willen. Das wär mir noch. Man muss doch lernen, die Leute richtig einzuschätzen.

Schauen Sie sich doch die Hammels an, die da herum latschen. Entschuldigung, aber… Wenn man Leute näher kennt, dann erstaunt einen Nichts mehr was in der Politik läuft. Sind ja kein Stück weiser als vor 70 Jahren im Prinzip. Sie sind die gleichen Hammels wie sie eh waren und werdens wohl bleiben. Ich bin jetzt überheblich. Tun Sie mich tadeln, man solle nicht überheblich sein. Tut mir leid, das entspricht meiner Überzeugung. Solche Leute können jede Politik machen. Ja das können Sie denen verkaufen. Aus dem dritten Weltkrieg. Sie werden laufen wie früher. Und Bildung habe ich gemerkt, das nutzt nichts. Ich habe aus Zweck gebildete Kinder, die haben Abitur gemacht. Ob die auch Hammel sind? Natürlich. Wenn ich das denen sagen würde. Die sind voll im Mainstream. Und diesbezüglich sind sie eben schon auch Hammel. Ich bin in gewissem auch Hammel. Aber ich weiß wann ich ein Hammel bin und wann nicht. Schlimm sind ja jene, die wirklich ein Hammel sind und sich gar nicht bewusst sind. Und die sich empören würden. Wenn mir jemand sagt, ich sei ein Hammel, dann sag ich ihm: “Ja danke Sie haben mich erkannt! So ists wohl, so sehe ich das auch”. Hammeln. Ja da gibt es doch diesen einen von Hammeln, von den Kindern. Von Hameln ja, den Rattenfänger von Hameln genau. Ein Hammel ist ja ein Schafskopf. Ja heute könnte man einfach von den dummen Schafen reden. Zum Pastor gehören ja meistens die Schafe auch. Der gute Hirte.

Was mich jetzt bewegt: Ich muss jetzt meine Sachen hier fertig schreiben. Und in diesem Monat solls soweit werden. Dann wird die Physik anders sein. Die Theorie, die kann ich jetzt nicht gleich erklären, aber es ist wirklich so, dass das geht, ganz erstaunlich. Und ich hab das vorwärts und rückwärts und alles überlegt und alle Fehler die ich jemals gemacht habe. Das geht absolut.