84# Konstanz ist meine Liebe

Ort Datum
 Augustinerplatz  29.10.2012
Gesprächsbeginn Gesprächsende
 16:30  16:45
Geschlecht Alter
 w  26
Wie lange sind Sie schon in Konstanz?
Jahre Monate Tage Stunden Minuten
 5
Sind Sie
Eingeborene(r) Tourist(in) Schweizer(in) Zugezogene (r) Student(in) Sonstiges
 X
Wo sind Sie geboren? ___Raum Stuttgart


Ich habe gerade einen Spontanausflug nach Konstanz gemacht. Ich wohne gerade in Friedrichshafen. Aber ich wohne auch in Konstanz.  Ich komme meistens am Wochenende – mit Bus und Fähre.  Ich wohne hier mit meinem Mann zusammen, aber jetzt studiere ich in Friedrichshafen und habe “rübergemacht”. Meinen Mann habe ich hier im Studentenwohnheim kennengelernt. Im Treppenhaus. An meinem ersten Tag in Konstanz.

Ich habe im katholischen Studentenwohnheim gewohnt. Das ist nicht nach Geschlechtern getrennt – im Gegensatz zum evangelischem. Lustig, oder? Also, mein Mann kommt ursprünglich aus Kenia, und er hat hier ein ausländisches Studienkolleg gemacht. Ich habe angefangen, Indonesisch zu studieren. Nach der Realschule hatte ich einen Auslandsaufenthalt gemacht – für ein halbes Jahr nach Indonesien. Da war ich sechzehn, und es war ganz schön schwierig. Später habe ich von diesem Studiengang hier gehört; es geht um die Kultur Südostasiens, die Sprache Indonesisch und etwas um Management. Ich finde Indonesien sehr spannend, weil es so ganz anders ist als unsere Umgebung hier. Die Leute sind tendenziell sehr herzlich. Die Sprache ist nicht so schwer zu lernen, nicht so wie Chinesisch. Sie schreiben so wie wir, und es wird auch so ausgesprochen. Und es gibt keine Verbkonjugation und so etwas!

Aber jetzt zurück ins Treppenhaus! Da sind wir uns begegnet, stehen geblieben – und wir wussten beide nicht, was wir sagen sollten. Und wir haben uns angesehen und – … Es war mein erster Tag in Konstanz. Ich habe eine Nacht im Studentenwohnheim geschlafen und kam vom Briefkasten zurück. Ich hatte meinen Namen an den Briefkasten geklebt, da sind wir  uns begegnet und haben uns angesehen und dann war es klar, dass da irgendeine Verbindung besteht. Ja und dann war es ganz witzig, ich hab gefragt wo man hier einkaufen kann und er hat gesagt, ja hier , da kann man hinlaufen, das ist nicht so weit. Es war ja mein erster Tag, ich hatte nichts und wollte Essen kaufen. Und da hab ich gefragt:  ”Wo ist Kaufland?” Und er sagte: “Komm wir laufen da hin, es ist nicht so weit.”

Und dann sind wir dahin gelaufen, haben noch etwas gekocht und dann war es um uns geschehen. Ja ich glaube es gab Hühnchen mit Spinat und so eine komische Soße – die haben wir dann immer gegegessen, aber ich konnte sie dann nach einer gewissen Zeit nicht mehr sehen. Jetzt essen wir ganz viel kenianische Gerichte, z. Bsp. Chapati, das sind Fladen mit Bohnen und Kokosmilch. Das ist so ein Standardessen oder Bilau, mit Reis zusammen gekocht mit Fleich und Gemüse, da ist Zimt drin; das schmeckt dann so etwas weihnachtlich. Ich hatte hier in Konstanz einen richtig tollen Start gehabt, also Konstanz ist meine Liebe!