FORSCHUNGSTAGEBUCH

Aufgezeichnet von Kathrin Jordan


Tag 28

Konstanz | 28. März 2013 | 10:01 Uhr  | PB03

1. Probe Spiegelhalle.

2. Die Bühnenbegehung bildete den Anfang. Wie viel Platz hat man, wenn die Tribüne längst steht. Wo steht der Forscherecke der Studentinnen? Wie schiebt man die Flöße inklusive Musiker und Instrumente?

3. Stück für Stück wurden die ersten 13 Szenen durch gegangen. Immer wieder unterbrochen, wiederholt, neue Vereinbarungen gemacht. Langsam aber sicher wurde die Spiegelhalle erobert. Szene um Szene, Lied um Lied nahm das Ganze mehr Gestalt an. Die Hauptproben können beginnen.

4. Forsetzung folgt.


Tag 21

Konstanz | 27. März 2013 | 12:00 Uhr  | PB03

1. Heute heißt es Abschied nehmen von unserer heiß geliebten Probebühne, oder zumindest gewohnten und gemütlichen. Nicht nur mentales Einstimmen, sondern auch kräftiges Anpacken war gefragt. Die Requisiten, Kostüme, Kaffeekannen und Instrumente – alles musste in die Spiegelhalle.

2. Doch es wurde auch geprobt. Das Lied “Konstanz wär so schön und nett” wurde nun endgültig zur Rentnernummer, mit Trainingsanzügen, Gehilfen und Choreo.

3. Ein neues Lied, dieses Mal von den Schweizern geprägt, mit Klangschalen und Jodeln, sorgte für ausgelassene Stimmung und bildete eine ausgezeichnete Überleitung zu den Schweizertexten. Die Imperia-Oper folgte.

4. Auch die Jugend kommt nicht zu kurz: “Der Geruch vom Bodensee? – Keine Ahnung.”

5. Bella Bella Cha Cha Cha. 

Komm und lass uns glücklich sein,

du und ich ganz allein

heute Nacht im Mondschein…

6. Die Konstanzer haben wohl eine besondere Beziehung zu Hunden, im allgemeinen und besonderen.

  1. Es ist einfach eklig.
  2. Mein Dackel ist immer dabei.
  3. Ich bin in Konstanz wegen dem Nachtleben hängen geblieben.

7. Fortsetzung folgt.


Tag 20

Konstanz | 26. März 2013 | 19:03 Uhr  | PB03

1. Am Vormittag haben sich drei Zugezogene bemüht der Schweizer Sprachmelodie, dem Witz und Charme gerecht zu werden – und sind gnadenlos gescheitert. Die Konstanzer mussten her und der Quotenschweizer. Innerhalb von den ersten Sätzen war dieser Block gesichert. Paraethnologisches Fazit: “Die Schweizer sind eine ganz eigene Welt!”

  1. Hottentottenstottertrottelmutterattentäter
  2. Fast wie das Meer, oder.
  3. 120 Kilo Pornos.

Ein kleiner Schwenk ins Rotlichtmilieu ist auch gelungen und so eine Überleitung zur Imperia-Oper.

2. “Unne dunne dra” der Auftritt Michaels und Maxs, der die beiden in das Herz eine jeden Konstanzers bringen wird, wurde noch ein wenig aufpoliert.

3. Der Übergang zwischen zwei  Heimatvertriebenen, die so viel verbindet und doch noch viel mehr unterscheidet, wurde betrachtet und für gelungen empfunden.

4. Fortsetzung folgt.


 Tag 19

Konstanz | 25. März 2013 | 18:00 Uhr  | PB03

1. In einer Besprechung fanden sich heute die meisten Mitglieder des Forschungsteams ein. Auf dem Programm stand der nun schwarz auf weiß gedruckte Szenenablauf. Nähere Erläuterungen folgten in der Sitzung.Der Schluss sorgte für große Diskussionen. Doch der ist noch ein Betriebsgeheimnis.

2. Das “Viertele” – ein Objekt, was den einen oder anderen zum phydläsophieren einlädt.

3. “Unne dunne dra” stellt für die meisten Nicht-Konstanzer erhebliche Artikulationsschwierigkeiten dar. Michael und Max bekamen dennoch ein großes Kompliment, das größte, wo man von einem Konstanzer bekommen kann: “Da kann man nix sagen!”

4. Die Geschichte unseres Lieblingsbäckers wurde erneut geprobt und mit den technischen Gegebenheiten, dem fahrenden Floß, in Einklang gebracht.

5. “Asche zu Äsche” nimmt das Thema der Bodenseebestattung auf seine ganz eigene Art auf.

6. Fortsetzung folgt.

 


 

Tag 18

Konstanz | 23. März 2013 | 10:01 Uhr  | PB03

1. Eine Einzelprobe stand heute an. Eines der Patenkinder brauchte ein wenig Fürsorge und so nahm sich Michael ihm an.

Trailer: Sterbe kreuz und lebe quer.

2. Die anschließende Probe fand auch in kleinerer Besetzung statt. Es wurde über die Reihenfolge der einzelnen Lieder und Szenen diskutiert und über Verknüpfungspunkte und Spannungskurven gesprochen.

3. Ein anderes Patenkind, die Geschichte von Aki bekam auch eine neue musikalische Einbettung und wurde weiter ausgefeilt.

4. Zuletzt wurde dafür gesorgt, dass ein Hauch Broadway nach Konstanz weht. Die Kellnerinnen Revue wird für ein wenig Abwechslung sorgen.

5. Die Imperia ist, so viel man weiß, das größte Denkmal, welches einer Prostituierte je gesetzt wurde. Der Zeit des Konzisls widmeten wir nun eine eigene Oper. Was man versprechen kann? Die Lachmuskeln kommen nicht zu kurz und doch “ist es ganz große Literatur – Balzac”

6. Fortsetzung folgt.


Tag 17

Konstanz | 22. März 2013 | 18:00 Uhr  | PB03

1. Ein neues Lied wurde eingeführt. Das Wahrzeichen der Stadt, die Imperia feiert, kaum zu glauben aber wahr, dieses Jahr ihr zwanzig Jähriges Jubiläum. Erst 1993 wurde sie aufgestellt und blickt nun den See und den Hafen entlang. Ihre Geschichte wird nun auf die Bühne gebracht.

2. “Oh Konzstanz, oh Konstanz, du schönste Stadt am See” fand nun zu einem ganz neuen Gesicht. Mit vier Kellnerinnen und drei zahlungsunfähigen Wirtschaftsbesuchern wurde es zu einer echten Nummer.

3. Im Anschluss wurden einige Szenen vom Anfang wiederholt. Das Forschungsteam beschäftigte sich mit der Herkunft der in Konstanz anzutreffenden Menschen und mit der Art der Ansässigen.

4. Mit “der isch ja net von da” wurde die Fremdenfeindlichkeit ein wenig näher untersucht.

5. Fortsetzung folgt.


Tag 16

Konstanz | 21. März 2013 | 19:05 Uhr  | PB03

1. Mit dem musikalischen Tei begann erneut die Probe. Das Liebeslied, welches einen Konstaner und eine Berlinerin zusammenbringt erhielt eine neue Begleitung und unsere “Wendelgard” wurde ein wenig in Szene gesetzt. Die Geschichte der Frau mit dem Rüssel im Gesicht ist nun anschaulicher denn je.

2. In einer Bilderkollage wurden die Seetexte regelrecht raus gefischt und die Forschungsstation, auch “chill-out area” genannt, etabliert. Doch der Schein trügt – hier wird fleißig gearbeitet.

3. Im Anschluss wird von Katrin gekocht werden. So viel kann bereits verraten werden: ein drei Gänge Menü wird gezaubert.

4. Fortsetzung folgt.


Tag 15

Konstanz | 20. März 2013 | 18:59 Uhr  | PB03

1. Eine besonders große Runde versammelte sich heute um unseren Tisch. Die Zwillinge (vgl.: Wir sind 1985 übergesiedelt.) eroberten die Herzen im Sturm. Nachdem sie schon einmal bei Kasimir und Karoline als Statisten die Bretter, die die Welt bedeuten, betraten, steht nun ihre eigene Geschichte im Vordergrund. Und wer könnte diese besser zu Ende erzählen als sie selbst? Eine kleine Hommage an das doppelte Lottchen mit ernsteren Tönen.

2. Die Seetexte haben auch ihren Platz gefunden. An der genauen Vortragsweise wird noch gefeilt, die Auswahl hingegen steht fest:

  1. Der Bodensee ist saugefährlich.
  2. Ich bin ein Seekind.
  3. Ich habe dann mit Umweltangelegenheiten zu tun gehabt.

3. Ein neues Lied wurde uns von den Musikern vorgestellt. “De Seckel” – für alle, denen diese Bezeichnung nciht geläufig ist, nett ist anders.

4.  Ein wenig kubanisches Feeling wurde in die kalte Bodenseeregion geholt. Mit “Bella, bella, cha cha cha” findet auch ein Gesellschaftstanz Einzug in das kulturelle Leben.

5. Fortsetzung folgt.


Tag 14

Konstanz | 18. März 2013 | 14:00 Uhr  | PB03

  1. Heute hat unser Team wieder Verstärkung gekriegt. Die Studentinnen Saskia und Franzi sind aus dem Urlaub zurück gekehrt. Gleich zu Beginn der Probe wurden sie in die Marktszene integriert und durften ihr Talent als Interviewerinnen unter Beweis stellen.

 

  1. Zudem wurde heute eine Choreographie zum Wendelgardlied kreiert. Katrin schlüpft wie gewohnt in die Rolle der Wendelgard. Michael stellt dabei den „fiesen“ Meersburgergemeinderat dar und Max verkörpert den „naiven“ Konstanzergemeinderat.

 

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Tag 13

Konstanz | 16. März 2013 | 14:00 Uhr  | PB03

 1. Das Highlight der heutigen Probe war Norbert. Er als Konstanzer Urgestein hat heute ziemlich deutlich gemacht, wie man „Konstanz“ richtig ausspricht. Egal was der Duden sagt, Konstanz heißt  „Konschtanz“. Da das selbst die Tatortkommissarin Klara Blum mittlerweile begriffen hat, sollten sich alle Zugezogenen, Touristen usw. daran doch ein Beispiel nehmen, wenn sie nicht auf Ärger mit Norbert aus sind.

Die ganze unterhaltsame und zugleich belehrende Rede von Norbert wird ab dem 6.April in der Spiegelhalle zu sehen sein.

2. Zudem ging es heute vor allem um die Jugend. Also um den typischen Konstanzer „Jugendlichen“.  Dazu haben wir viele Texte und Sätze , die von Konstanzer Jugendlichen gesagt wurden, zusammen gestellt. Ein paar Beispiele hier:

Ich wollte gerne irgendwo studieren, wo ich surfen kann

Die Konstanzer Mädchen sehen besser aus

Nach Fisch

Damit das Ganze auch noch einen Jugendlichen Flair bekommt, hat die Band passend zu den Texten, einen chilligen Hip-Hop-Beat gespielt.

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Tag 12

Konstanz | 15. März 2013 | 15:00 Uhr  | PB03

1. Die Probe hat heute unüblicherweise schon am Nachmittag um 15 Uhr begonnen, was uns jedoch nicht am fleißigen Schaffen hinderte. Die Musiker stimmten wie immer gut gelaunt, mit ihren Eingeborenenklängen, auf die Probe ein.  Unsere drei Schauspieler Katrin, Max und Michael stiegen mit ein und gemeinsam wurden die Lieder „Der isch ja it vu do“ und „Konstanz wär so schön und nett“ geprobt.

2. Anschließend wurde erneut die Eröffnungsszene gespielt. Und zwar einmal, zweimal, dreimal usw.  Damit auch ein perfekter Anfang unseres Stückes garantiert werden kann.

3. Fortsetzung folgt.

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Tag 11

Konstanz | 14. März 2013 | 19:03 Uhr  | PB03

1. “Oh, loss mi nie meh” mit mehr Drama.

2. “Oh Konstanz. oh Konstanz, du schönste Stadt am See.” mit den zwei Bachroundladys.

3. “Der isch ja net von da” mit einem Rollator.

4. Die Marktszene wurde ein wenig verfeinert. Besser geplant und nicht mehr ganz dem Zufall überlassen fügten sich Fragen und Antworten zusammen.

5. “Die Jugend von heute…”. Natürlich bleibt auch die Jugend von Konstanz nicht unberücksichtigt. Zwar wurden deutlich mehr ältere Menschen interviewt, jedoch fanden auch ein, zwei Jüngere sich vor unserem Mikrofon wieder.

  1. Ich wollte gerne irgendwo studieren, wo ich surfen kann.
  2. Und da fing die Liebe an.
  3. Die Konstanzer Mädchen sehen besser aus.
  4. Der See riecht manchmal nach Leichen.
  5. Einmal See, immer See.

6. Fortsetzung folgt.

 


Tag 10

Konstanz | 13. März 2013 | 18:02 Uhr  | PB03

1.Eingeleitet wurde der Abend, wie mittlerweile gewohnt, durch die altbekannten Lieder. Bei „Konstanz, oh Konstanz“ wird dem Zuhörer eine ganze Bandbreite an Dialekten präsentiert. Dass die Assimilation bereits begonnen hat zeigt eine Aussage einer Teilnehmerin: „Wisst ihr was, von all den Dialekten ist mir eurer (gemeint ist der hiesige) fast am liebsten. Also, die anderen sind schlimmer!“

2. Es folgte eine Fotosession. Ein jeder der am Projekt beteiligt ist wird abgelichtet. Das wunderschöne Bodenseeplakat wurde mal mehr mal weniger straff gehalten und des öfteren wurde „Der See ist schief!“ dazwischen gerufen.

3. Auch auf dem Markt wurden Interviews geführt. Da nur wenige Konstanzer gewillt sind um sechs Uhr morgens schon durch Konstanz zu schlendern, hatte die mobile Forschungseinheit genug Zeit um einige Standinhaber zu befragen.

  1. Das ist mein Lieblingsplatz. Mein Garten.
  2. Des isch pures Leben.
  3. Es war mir immer scho in die Wiege gelegt.
  4. Die hat uns auch schon mit nem Sellerie beworfen.
  5. Sei 60 Jahren stehe ich auf dem Markt.
  6. So bin ich als Italiener zum Eier und Nudeln verkaufen gekommen.

4. Nun hieß die zu bewältigende Aufgabe die Marktatmosphäre auf die Bühne zu kriegen. Bewegung, Rufe, geschäftiges Treiben in den frühen Morgenstunden. Im Probenraum laufen alle drei Schauspieler geschäftig umher, schleppen Kisten, bauen Zelte auf, suchen Gemüse zusammen, untermalen von einer endlosklingenden Musik. Zwischendurch schallt es freundlich aber bestimmt aus den Lautsprechern: “Sind die aus Konstanz?” “Woher kommen Sie?” “Wie lange stehen Sie schon auf dem Markt?” “Macht Ihnen ihre Arbeit eigentlich Spaß?” Ab und zu wird Zeit gefunden eine Antowort zu geben. Dann wird weiter der Arbeit nach gegangen.

5. Fortsetzung folgt.


Tag 9

Konstanz | 12. März 2013 | 19:00 Uhr  | PB03

1.  Die Floße haben den Weg zur Probebühne geschafft und so konnten wir heute zum ersten Mal unter  nachempfundenen Realbedingungen proben. Die Musiker bevölkern das größte Floß, im Moment noch durch Podeste gekennzeichnet, zwei kleinere und niedrigere bieten den Schauspielern Platz.

2. Nachdem die Bühne gebührend bestaunt wurde, wurde dafür gesorgt, dass alle Forschungsteilnehmer auch ja jeden Morgen mit einem Ohrwurm aufwachen. “Konstanz wär so schön und nett, wenns keine Konstanzer hätt, dam, da, dada, da, da…..

3. Anschließend wurde das “Miami von Deutschland besungen”. “Oh, Konstanz, oh Konstanz, du schönste Stadt am See…”. Auch wenn der eine oder andere mit den Dialekten mittlerweile deutlich vertrauter ist, hat doch besonders unser Ausstatter noch erhebliche Probleme. Mit konzentriertem Blick und zusammengekniffenen Augen fragt er doch schließlich “Ist das Deutsch?”

4. Auf Wendelgard folgt das Liebeslied und dann “Der isch ja net von da.” und die Herkunftstexte, welche doch noch ein wenig gestrichen werden sollten.

5. Nach diesem furiosen Auftakt wird ein wenig näher an die Geschichten und Menschen reingezoomt.

  1. Meine erste Liebe – der See
  2. Dann Ruhe.
  3. Das Wasser. Ich bin Wasserskiläufer.
  4. To me, the lake smells like peppermint.

6.  Fortsetzung folgt.


Tag 8

Konstanz | 9. März 2013 | 10:03 Uhr  | PB03

1. Ein Gespräch über Wohnungssuche, das schlechte Karma, Frustationen, Weggehen, Neustraten, Glück – Improvisation alla Katrin und Max.

2.  Die Liebe hat auch hier in Konstanz zu geschlagen. Und das die Liebe einiges verbinden kann, was sont unterschiedlicher nicht sein kann, zeigt das Liebeslied “Oh loss mi nie meh”. Ein Urkonstanzer und eine Berlinern….

Oh loss mi nie meh vu dir goh,

heb mi fescht, du liebes Stück,

I hock in meinem Elend do

und plär vor Weh und Glück

  1. Konstanz ist meine Liebe.
  2. Blinddate vorm Baumarkt
  3. Er war der Nachbar meiner Schwester. 
  4. Rosen.
  5. Konstanz wollte ich vor 10 Jahren eigentlich verlassen.

3. Fortsetzung folgt.


Tag 7

Konstanz | 7. März 2013 | 18:59 Uhr  | PB03c

1. Direkt zu Anfang der Probe wurde die Stadt gebühren gehuldigt. Mit einem neu geschriebenen Lied konnte ein jeder der Schauspieler ihren Dialekt auspacken und so einen schönen Kontrast zum Konstanzerischen setzten.

Konstanz, oh Konstanz du schönste Stadt am See,

denk i an dich bei Tag und Nacht, tuet mir de Beutel weh.

Damit dürften zwei Seiten “der Stadt zum See” angesprochen worden sein.

die Schönheit:

  1. Es ist wirklich super schön, mir gefällt’s hier.
  2. Ich wollte hier her, weils schön ist.
  3. Vor allem der Stadtteil Staad gefällt mir, weil da hat’s schöne kleine Häuschen und wenn man da mit dem Fahrrad durchfährt, sieht man zwischendrin immer wieder den See durchblitzen.
  4. Im Herbst oder im Frühling fahre ich sehr gerne mit dem Fahrrad durch Litzelstetten, da ist die Natur so schön, vor allem im Frühling, wenn die Bäume blühen.
  5. Danach kommt dann ja der Grand Canal d’Alsace und wir sind dann aber in den Altrhein. Und da wars dann wieder wunderschön. Das ist naturbelassen. Nur so tief der Rhein und war wunderschön.
  6. Douglas Wolfsperger hat die Schönheit des Sees erkannt, und er hat angefangen, die Filme da zu machen. Heute gibt es ja Tatort usw. – ganz große Sachen, das Geschäft läuft hier.
  7. Schönes Team, danke.

und die Preise

  1. Konstanz ist exorbitant teuer.
  2. Bei den Menschen hier hatte ich so das Gefühl, wenn jemand merkt, dass man kein Geld hat, dann wird man auch nicht auf einen Kaffee oder einen Tee eingeladen.
  3. Die Niederburg war schon das Highlight, da war sie noch nicht durchrenoviert, sondern noch richtig alt. Mit schiefen Häusern und schiefen Fenstern, nicht isoliert. Heute ist es die Topadresse in Konstanz, wahnsinnig teuer, der Konstanzer Jetset wohnt jetzt dort, so die absolute Modegegend.
  4. Der Tourismus um den See und auch die Preise steigen, und wie.
  5. Die Stadt ist ein bisschen teuer.
  6. Im Fürstenberg wohne ich, also nicht direkt am See, aber das kann man sich ja auch nicht unbedingt leisten.
  7. Hier in der Stadt kannst Du dir halt sowas einfach nicht leisten.
  8. Aber, sagen wir mal, es ist kein, es ist jetzt hier nicht eher finanziell erschwinglich für die breite Öffentlichkeit.

 Will i im Leid erheidered sein, ja wo geh i denn hie?

In Konschdanz in e Resdaurant, do is ans vis-à-vis.

Weil’s mi so omacht, b’stell i do a Würschd’l und a Kraud,

des Kraud wor gut, doch d’ Rechnung hob i heut no ned verdaud.

(Das war: Fränkisch)

2. Nach dem musikalischen Einstand wurde wieder improvisiert. Der Anfang vom Anfang. Die Präsi als Trockenübung, also ohne Präsi mit Fluganweisungen der Teilnehmer Katrin und Max. Die Vorstellungsrunde war ebenfalls fester Bestandteil.

3. Die Interview der Eingeborenen folgte. Wer ist hier Konstanzer und wer ist es nicht? Das ist hier die Frage.

4. Fortsetzung folgt.


Tag 6

Konstanz | 6. März 2013 | 19:02 Uhr  | PB03

1.  Nebenher wurde bemerkt, dass nicht nur ein Dialekt am Tisch vertreten ist, sondern ein ganzes Spektrum. Schweizer Deutsch, Pfälzisch, Sächsisch, Berlinerisch, Fränkisch, Hochdeutsch…

2. Der Konstanzer Dialekt wurde weiter fleißig geübt und in dem mittlerweile bekannten Lied Wendelgard zum Besten gegeben.  Kleinere Accesoires peppten die Performance ein wenig auf und sorgten zur allgemeinen Erheiterung.

3. Wissenschaftliche Mitarbeiter bereiteten zeitgleich die Präsi vor. “Ergebnisse der Expedition zu den Eingeborenen des westlichen Bodensees” schien ein geeigneter Untertitel zu sein.

4. Fortsetzung folgt.


Tag 5

Konstanz | 6. März 2013 | 18:00 Uhr  | PB03

1. Das Forschungsteam hat visuelle Unterstützung des Ausstatterteams erhalten. Die neue auf die Bedürfnisse angepasste Gestaltung des Probenraumes ist der Spiegelhalle nachempfunden. Der Raum wird nun längst genutzt, beherbergt einige Kostümideen und auch die altbekannten blauweiß gestreiften Kisten, die schon in der ersten Phase des Projekts ihre Dienste leisteten. Ein weiteres Territorium wurde erobert und uns zu eigen gemacht. Eine Annäherung an Konstanz kann beginnen.

2. Die Vorstellungen konkretisieren sich mit jeder Sitzung. Der Einlass wird eine Stunde vor dem eigentlichen Beginn des Stückes geschehen. Genug Zeit um sich die Ausstellung zum Projekt zu Gemüte zu führen, welche eigens von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern konzipiert und gestaltet wird. Zudem wird weiterhin Material gesammelt werden. Schließlich wird es eine Menge Besucher geben, die Interessantes über Konstanz berichten können.

3. Eröffnet wird der Abend von der Präsentation der eigentlichen Forschungsergebnisse durch Michael. Die Anfangsszene wurde einfach einmal improvisiert. Beinhaltet ist die Vorstellung der Mitarbeiter und der Eingeborenen. Auch wenn letzteres sich als etwas komplizierter herausstellen wird.

4. Fortsetzung folgt.


Tag 4

Konstanz | 5. März 2013 | 11:06 Uhr  | PB03

1. Die begonnene Arbeit wurde fortgesetzt. “Konstanz wär so schön und nett” wurde nun 3 stimmig von den zugezogenen Schauspielern zum Besten gegeben. Mit Mikrofonen und Verstärkern ausgestattet, verwandelte sich die Probebühne in einen richtigen Bandkellerprobenraum. Das vorläufige Publikum bildeten die weiteren Mitarbeiter, die sich nicht dem Bann entziehen konnten. Sie ertappten sich leise mitsummend und schunkelnd.

2. Der Dialektunterricht macht große Fortschritte. Der Forschungsleiter Jan ist der festen Überzeugung, dass, was Katrin innerhalb eines Tages g’schafft hat, er nicht in drei Wochen können würde. Auch der Dialektlehrer Norbert zeigt sich zufrieden.

3. Ein weiteres verstecktes Talent wurde zu Tage gebracht. Katrins Flötenkünste auf der Sopranblockflöte setzten alle in erstaunen. Sie inspirieren einen großen Teil des Forschungsteams auch ein mal ihr Glück zu versuchen. Bei dem Lied “Der isch ja nit von da” wird die Blockflöte mit Sicherheit eine große Bereicherung darstellen.

4. Aller Anfang ist schwer. Und so wird der erste Versuch einfach gestartet. Ein Sprung ins kalte Bodenseewasser. Sind sie Konstanzer? Woher kommen Sie ursprünglich? Fragen, denen ein jeder Befragter sich stellen musste.

  1. Ich bin Urkonstanzer. “Born and raised here” in Konstanz. Ich war leider auch nie weg.
  2. Ich bin aus Zürich. ich bin Schweizer.
  3. Ich komme eigentlich aus Rostock, quasi das andere Ende sozusagen.
  4. Ich komme aus der Stadt Khartoum im Sudan, das ist genau die Stadt, wo sich der weiße Nil und der blaue Nil treffen. Und ab meiner Stadt bilden sie den Nil, den wir in Ägypten kennen und der für die Pharaonen eine so große Rolle gespielt hat.
  5. Wir kommen von Karlsruhe und den See riechen wir gar nicht.

In der gesamten Runde kommen doch einige unterschiedliche Stimmen zusammen. Der Schweizer, der Konstanzer, die Hochdeutsche…tiefe und hohe Stimmen bilden ein vielseitiges Klangbild. Einen besonderen Reiz erhält das Ganze, wenn der Konstanzer sagt, dass er aus dem tiefsten Norden kommt oder ein junges Mädchen seit 40 Jahren mit ihrer Frau in Dettingen lebt. Untermalen wird das Herkunftspotpourri von einem instrumentellen Stück namens “die Fischerin vom Bodensee”.

5. Fortsetzung folgt.

 


Tag 3

Konstanz | 4. März 2013 | 18:02 Uhr  | Spiegelhalle

1. In der Spiegelhalle, in welcher auch am 6. April es zu einer Präsentation der Forschungsergebnisse kommen wird, fanden sich alle Beteiligten wieder zusammen.

2. Die Musiker fachsimpelten mit dem Hauseigenen Tontechniker.

3. Im Anschluss fand eine erste Annäherung zwischen den Zugezogenen und den Eingeborenen statt. Dafür wurde eine weitverbreitete Methode angewandt: die Musik.

Doch dabei wurde auch das Thema nicht aus den Augen verloren. Heißt es doch:

Konstanz wär so schön und nett,

wenn’s keine Konstanzer hätt.

Die schimpfen nur, denen ist nichts recht

und außerdem versteht man sie schlecht.

Konstanz wär so schön und nett,

wenn’s keine Konstanzer hätt.

Übten sich die Konstanzer in Hochdeutsch, wurde kurze Zeit später Dialektunterricht gegeben. Aus hinein wird nei und aus allein ellei. Um nur einige der Hürden zu nennen.

4. Doch vorerst hieß das Urteil: Für’s erste war’s gar nicht so schlecht. Das kriegen wir hin. Das machen wir.

5. Fortsetzung folgt.


Tag 3

Konstanz | 4. März 2013 | 11:00 Uhr  | PB03

 

1. Hunderte von Interviews wurden in den vergangenen Monaten geführt und bilden nun die Grundlage für die weitere wissenschaftliche Arbeit. Es war nun an der Zeit auch mal etwas gänzlich unwissenschaftliches zu tun und eigene Eindrücke und Gedanken kund zu tun. Ist Konstanz die Heimat der Expeditionsteilnehmer? Fühlen wir uns zu Hause oder möchten wir lieber schnellst möglichst in eine andere Stadt?

Wie kommt es, dass so viele Konstanzer Jugendliche hier bleiben oder zumindest nach einem kurzen Ausflug in die große weite Welt zurück kommen? Ist der See nur eine Ausrede oder ein Magnet, der besonders stark wirkt, wenn man schon in jungen Jahren seinen Einflüssen ausgesetzt wurde?

Gibt es Parallelen zu anderen Städten, die auch an einem großen See liegen, wie Schwerin? Kann man Konstanz sogar mit Berlin gleichsetzten, da die Berliner Jugend allenfalls mal den Stadtteil wechselt?

Eine kleine philosophische Einheit bildete den größten Teil des Vormittages.

2. Der Ausblick auf die Woche umfasste den zweiten Part der morgendlichen Sitzung.

An den kommenden Vormittagen wird der Forschungsleiter, in anderen Kreisen auch als Regisseur bezeichnet, sich mit den Teilnehmern zu Einzelbesprechungen treffen um sich mit den Patenkindern zu beschäftigen.

3. Fortsetzung folgt.

 


Tag 2

Konstanz | 2. März 2013 | 11:03 Uhr  | PB03

 

1. Nach der ersten Orientierung, meldeten sich nun auch die Eingeborenen zu Wort. Mit einheimischen Klängen, der Jug und Jodeln fand eine Einführung in die musikalische Welt des westlichen Bodensees statt. So besangen Norbert Heizmann und Notty’s Jug Serenaders die sagenumwobene Wendelgard.Die das paraethnologische Forscherherz höher schlagen lässt.

O Wendelgard, o Wendelgard,

du muesch it traurig sei,

leer halt zum Trost e Viertele

dir in de Rüssel nei!

Die besondere Beziehung der Konstanzer zu den bellenden Vierbeinern, dem besten Freund des Menschen wurde ebenso erörtert. Zwei bekennende Hundehasser legen in dem Lied Ich hab dehom e Hundele die Ursachen dar. Unterstützung finden sie bei so manchem Interviewten (vgl.: Es ist einfach ekelig.) Bei anderen ist der Dackel immer dabei.

2. Es folgte der Versuch Meinungen und Aussagen zu einem bestimmten Thema zu betrachten. Dabei wurde insbesonder der Leitfrage “Wonach riecht der Bodensee?” nach gegangen.

  1. Für mich riecht der See nach Italien, ein bisschen nach Benzin, wenn da noch ein Roller oder ‘ne Ape entlang tuckert.
  2. Der See riecht unterschiedlich, je nach Wetter. Wie es jetzt riecht im Nebel? Das weiß ich nicht. Meine Nase ist verstopft (lacht) ich bin ein bisschen erkältet. Im Sommer riecht er nach Algen.
  3. Der Geruch, der den Bodensee für mich am Besten beschreibt, ist “Wohlfühlen”.
  4. Den einzigen Geruch, den man hier wahrnimmt, ist jener bevor es regnet. Damit bin ich groß geworden. Das gibt es an machen Tagen, dann riecht der See etwas komisch, nämlich nach Seetang. Als Kind hat man mir immer erzählt, dass dann der Regen kommt: das ist mein Seegeruch.
  5. „Wer an einem See geboren und aufgewachsen ist oder dort eine Zeit lang gelebt hat, entwickelt eine Sensibilität für seine Farben und Formen, Gerüche und Geräusche; wird ihn im Traum und in der Erinnerung wieder finden.“?
  6. Der See riecht überall anders. In Bregenz riecht es ganz anderes wegen des Sauerstoffanteils durch die Algen. Im Sommer hatten wir dort mal eine Algenplage.
  7. Das Wasser hat einen eigentümlichen Geruch. Besonders bei einem Wetterwechsel. Das war hier schon immer so.
  8. Stinkt oder Riecht?
  9. Fenster auf und jetzt riechts wieder nach Bodensee.

Um nur eine Stichprobe der Ergebnisse zu präsentieren.

3. Fortsetzung folgt.


Tag 1

Konstanz | 1. März 2013 | 18:05 Uhr  | PB03

1. Die große Forschungsstation ist bezogen. Zu Beginn der Expedition vergangenen Herbst waren wir in einem eher provisorisches Büro und vor allem in der mobilen Forschungseinheit, dem Stauraumwunder Ape, samt Pavillon, rotem Teppich und Bodenseeplakat, beheimatet.

Nun heißt es: weg von der Straße, rein in den Probenraum. Wir entfernen uns ein wenig von unseren Forschungsobjekten, den Bewohnern des westlichen Bodensees, um bei bester Verpflegung und Motivation den Forschungsgegenstand unter die Lupe zu nehmen.

2. Grundlage bilden all die Interviews, die in der ersten Phase des Projektes geführt und in liebevoller Kleinstarbeit abgetippt wurden. In ausgedruckter Form sind sie zugleich Forschungshandbuch, Textbuch und Schmöker. Mit einem überraschend hohen Unterhaltungswert.

  1. “Ich wollte gerne wo studieren, wo ich surfen kann.”
  2. “Manchmal finde ich es schon eng, weil halt der blöde See da ist. Du musst immer außen herum, du kannst ja nicht mitten durch. Man ist hier am Ende der Welt, sozusagen. Es ist ein schönes Ende der Welt, aber man ist trotzdem am Ende der Welt.”
  3. Der Bodensee riecht relativ normal, manchmal nach Fisch, in meinen Augen nach Leichen. Tote Fische sind für mich Leichen. Sie zu essen, ist für mich moralisch nicht zu vertreten!
  4. Die Konstanzer Mädchen sehen besser aus.

Durch dieses Schmökern und Entdecken neuer Aussagen und kleinen Anekdoten verschafften wir uns einen Überblick quer durch die Konstanzer Bevölkerung.

3. Einzelne Herztücke und halbe Biographien fanden im Anschluss unsere Aufmerksamkeit und erweckten das Forschungsinteresse.

Wir sind 1985 übergesiedelt.

Jeder der Schauspieler/ Forschungsteilnehmer erhielt ein Patenkind. Eine Geschichte, die ihn besonders beeindruckt hat und näher untersuchen und erzählen möchte.

 1. Katrin Huke In meinem Hotel wurden unter anderem mehrere Spielfilme gedreht.

2. Max Hemmersdorfer Ich habe ein richiges Medizinstudium.

3. Michael J. Müller Siehst du, jetzt hast Du doch eine Heimat gefunden.

4. Fortsetzung folgt.